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v.l.: Erzbischof Franz Lackner, Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl, Landeshauptfrau Karoline Edtstadler, Kardinal Ladislav Nemet
CCEE-Tagung
Bild Copyright: © Kathpress / Paul Wuthe

Salzburg: Land und Stadt treffen europäische Bischofskonferenz-Spitzen

29.10.2026 11:21
(zuletzt bearbeitet am 29.10.2026 um 11:43 Uhr)
Österreich/Kirche/Glaube/Politik/Edtstadler/Dankl/CCEE/Grusas
Landeshauptfrau Edtstadler und Bürgermeister-Stellvertreter Dankl würdigen bei Empfang für CCEE-Vollversammlung gesellschaftliches Wirken der Kirche in Salzburg und Europa - CCEE-Präsident Grusas: Als Kirche Menschenwürde, Frieden, Geschwisterlichkeit und Versöhnung in Europa stärken
Salzburg, 29.10.2026 (KAP) Im Zeichen großer Wertschätzung für das kirchliche Wirken hat eine Begegnung der Vorsitzenden der Bischofskonferenzen in Europa mit den politischen Spitzen von Stadt und Land Salzburg stattgefunden. Anlass dafür ist die Vollversammlung des Rats der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), die auf Einladung des Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, seit Dienstag erstmals in Salzburg tagt. Aus diesem Anlass hatten Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) und Bürgermeister-Stellvertreter Kay-Michael Dankl (KPÖ) am Mittwochabend zu einem Empfang für die Spitzen von 35 Bischofskonferenzen in die Salzburger Residenz geladen.

Kurz davor feierten die Bischöfe einen Gottesdienst in der Erzabtei St. Peter. Der Feier stand der Präfekt des vatikanischen Dikasteriums für den Klerus, Kurienkardinal Lazzaro You Heung-sik, vor, der auch die Predigt hielt. Im Rahmen der Messe gedachten die Bischöfe der zahlreichen Opfer des tragischen Zugunglücks in Spanien und beteten für die Verletzten und die Angehörigen.

Menschlichkeit, Glauben und Liebe

Edtstadler und Dankl gingen in ihren Ansprachen auf die einzigartige historische Verbindung von Kirche und Land in Salzburg ein. Das reiche kulturelle Erbe Salzburgs sei Ausdruck des christlichen Glaubens, nicht zuletzt durch das jahrhundertelange Wirken der Fürst-Erzbischöfe als geistliche und weltliche Herrscher. Dabei habe die Kirche nicht nur geistlich, moralisch und kulturell gewirkt, sondern auch im Sozialen und im Bildungsbereich, "lange bevor es den modernen Sozialstaat gab", wie Dankl festhielt.

Angesichts zahlreicher Umbrüche, die in der Gesellschaft zu Verunsicherung und Spaltung geführt haben, leiste die Kirche einen "wichtigen Dienst, um Menschen zusammenzubringen", hob die Salzburger Landeshauptfrau hervor. Dies könne im gemeinsamen Beten im Gottesdienst genauso geschehen wie bei grenzüberschreitenden Beratungen, so Edtstadler im Blick auf die CCEE-Tagung in Salzburg. Ausdrücklich dankte Edtstadler Erzbischof Lackner für sein Wirken in der Erzdiözese, als Vorsitzender der Bischofskonferenz und für seine Einladung an die CCEE, ihre Vollversammlung in Salzburg abzuhalten.

Angesichts großer Umbrüche bräuchten die Menschen Orientierung und hier sei die Kirche heute genauso gefragt wie in der Vergangenheit. Bedeutende Männer und Frauen hätten als Heilige in Salzburg gewirkt, erinnerte Edtstadler im Blick auf die Heiligen Rupert, Virgil und Erentrudis. Damals wie heute habe die Kirche die Aufgabe, "Menschlichkeit, Glauben und Liebe in der Gesellschaft zu stärken", so die Landeshauptfrau.

Europas geistiges Erbe neu beleben

Erzbischof Gitaras Grusas dankte als CCEE-Präsident für die Einladung in die Salzburger Residenz. Der ehemalige Wohn- und Regierungssitz der Fürsterzbischöfe bewahre die Erinnerung an die Begegnung zwischen kirchlichem und bürgerlichem Leben, zwischen der Wahrnehmung öffentlicher Verantwortung und der Förderung der Kultur. "Diese Räume erinnern auch an den jungen Wolfgang Amadeus Mozart, der hier im Alter von gerade einmal sieben Jahren im Konferenzzimmer erstmals auftrat", so der Vorsitzende der Litauischen Bischofskonferenz.

Hauptthema der CCEE und auch der jetzt stattfindenden Vollversammlung sei die Frage, "wie unsere Kirchen den Völkern des Kontinents besser dienen können, indem sie das Evangelium verkünden, die Würde jedes Menschen fördern und zum Aufbau von Frieden, Geschwisterlichkeit und Versöhnung beitragen".

In seiner jüngsten Ansprache in Metz am 28. September habe Papst Leo XIV. daran erinnert, dass "Europa sich dann entfaltet und weiterentwickelt hat, wenn es gelingt, von den positiven Aspekten seiner Vergangenheit zu lernen und diese dank der Begegnung mit dem Anderen in neuen und kreativen Formen neu zu beleben", sagte Grusas und betonte: "Der Heilige Vater hat uns damit einen zweifachen Weg aufgezeigt: unsere Wurzeln auf kreative Weise neu zu entdecken und uns zugleich vertrauensvoll dem Dialog und der Begegnung zu öffnen."

Neuwahl des Präsidiums

Haupttagungsort der CCEE-Vollversammlung, die noch bis Freitag dauert, ist das kirchliche Bildungszentrum St. Virgil. Im Rahmen der Vollversammlung steht turnusgemäß die Wahl des CCEE-Vorsitzenden sowie des Präsidiums an, die für Donnerstag geplant ist. Am Donnerstagabend feiern die Bischöfe dann gemeinsam mit dem Präfekten des vatikanischen Dikasteriums für die Bischöfe, Kurienerzbischof Filippo Iannone, die Messe in der Wallfahrtskirche Maria Plain.

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) (lateinisch: Consilium Conferentiarum Episcoporum Europae) ist der Zusammenschluss der Präsidenten der römisch-katholischen Bischofskonferenzen Europas. Der Rat umfasst 39 Mitglieder: 33 Bischofskonferenzen, die Erzbischöfe von Luxemburg und des Fürstentums Monaco, den maronitischen Erzbischof von Zypern sowie die Bischöfe von Chisinau (Moldau), der Eparchie Mukatschewo (Ukraine) und der Diözese Tallinn (Estland). Gemeinsam vertreten sie die katholische Kirche in 45 Ländern des europäischen Kontinents.

Der CCEE wurde 1971 gegründet, nachdem europäische Bischöfe nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) entsprechende Initiativen ergriffen hatten. Er fördert die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den Bischofskonferenzen Europas und unterstützt eine gemeinsame pastorale Antwort auf die sozialen, kulturellen und spirituellen Herausforderungen des Kontinents. Zu seinen Schwerpunkten zählen etwa die Zusammenarbeit in Bereichen wie Migration, Medien, Ökumene, interreligiöser Dialog und soziale Fragen. Besonders eng arbeitet der CCEE mit der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) zusammen und setzt sich für den Dialog zwischen den christlichen Kirchen sowie für ein gemeinsames christliches Zeugnis in Europa ein.

(Honorarfreie Bilder von der CCEE-Vollversammlung in Salzburg unter: www.kathpress.at/fotos)

(Website Rat der Europäischen Bischofskonferenzen, CCEE: www.ccee.eu)
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