Am Sonntag um 12.00 Uhr wird Leo XIV. das Mittagsgebet leiten - Audienzen bis 20. Oktober abgesagt
Vatikanstadt, 18.10.2026 (KAP) Papst Leo XIV. ist nach seiner Krebs-Operation zurück im Vatikan. Am Samstag gegen 15.45 Uhr fuhr sein Wagenkonvoi, angeführt von Polizeimotorrädern, über die Porta Perugino auf das Gebiet des Vatikanstaats. Der Papst winkte aus dem hinteren rechten Fenster der dunklen Limousine mit dem Kennzeichen "SCV1". Zahlreiche Menschen hatten an der von Polizeikräften abgesperrten, wenig bekannten Zufahrt gewartet.
Auch an der Gemelli-Klinik, die Leo XIV. kurz nach 15.30 Uhr über den Haupteingang verlassen hatte, standen Hunderte Menschen. Viele hatten dort bereits seit der Mittagszeit gewartet, um das Kirchenoberhaupt zu sehen. Der Papst trug wie gewöhnlich seine weiße Soutane, schüttelte einigen Personen die Hände und nahm kleine Geschenke entgegen. Er lächelte und winkte nach allen Seiten; Anzeichen einer schweren Erkrankung waren ihm nicht anzusehen.
Leo XIV. (71) war am Dienstag in dem renommierten Lehrkrankenhaus der untere rechte Lungenlappen entfernt worden, wo sich ein bösartiger Tumor befand. Besondere medizinische Vorkehrungen sind laut vatikanischen Quellen derzeit nicht erforderlich.
Zunächst war von einem Klinikaufenthalt von einer Woche die Rede, doch verlief die postoperative Phase laut Vatikanangaben regulär und ohne Komplikationen. Am Samstagmorgen stimmten die behandelnden Ärzte, Luigi Carbone und Stefano Margaritora, seiner Entlassung zu. Erneute Blutuntersuchungen und radiologische Kontrollen seines Brustkorbs sowie die Beurteilung des klinischen Gesamtbildes seien entsprechend günstig.
Am Sonntag um 12.00 Uhr wird Leo XIV. wie gewohnt das Mittagsgebet von seinem Arbeitszimmer hoch über dem Petersplatz leiten. Vor seiner Entlassung wollte er zudem am Samstagmittag wie bereits am Freitag eine Messe in einem dafür eigens eingerichteten Raum auf der zehnten Etage des Krankenhauses feiern.
Audienzen abgesagt
Welche weiteren Behandlungen nun möglicherweise erforderlich werden, sollen unter anderem histologische Untersuchungen entscheiden. Deren Ergebnisse werden für die kommenden Tage erwartet. Bis einschließlich Dienstag (20. Oktober) waren alle Audienzen des Papstes abgesagt worden. Ob er die Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz wird leiten können, stand bis Samstagmittag noch nicht fest.
Als nächster großer Termin steht die Teilnahme am 40. Jahrestag des Interreligiösen Gebets in Assisi (Mittelitalien) am 27. Oktober bevor. Vor allem stellt sich die Frage, ob Leo XIV. die geplante Südamerikareise vom 6. bis 17. November nach Uruguay, Argentinien und Peru mit rund 30 Ansprachen und etwa zwölf Flügen wird antreten können.