Wurzeln des Christentums in der Hauptstadt Frankreichs reichen in die Spätantike zurück
Paris, 18.09.2026 (KAP/KNA) Die Erzdiözese Paris gehört zu den renommiertesten Diözesen der katholischen Weltkirche. Viele ihrer Erzbischöfe wurden im Laufe ihrer Amtszeit auch ins Kardinalskollegium aufgenommen. Im gesamten Mittelalter gehörte die Diözese Paris noch zur Kirchenprovinz Sens. Erst 1622 wurde sie selbst zur Erzdiözese erhoben.
Frankreichs Hauptstadt, in deren Einzugsgebiet heute rund 12,5 Millionen Menschen leben, wurde 1966 kirchlich neu aufgeteilt. Damals entstanden unter dem Dach der Kirchenprovinz Paris die neuen Diözesen Créteil, Évry-Corbeil-Essonnes, Nanterre, Pontoise und Saint-Denis. Hinzu kommen die Diözesen Versailles (seit 1802) und Meaux, gegründet im 3. Jahrhundert.
Im Bereich der Erzdiözese Paris selbst leben heute rund 2,15 Millionen Menschen; davon sind schätzungsweise etwa 1,35 Millionen katholisch getauft. Seit 2022 ist Laurent Ulrich (75) Erzbischof von Paris.
Ursprünge am Montmartre-Hügel
Die kirchlichen Ursprünge von Paris liegen am Montmartre-Hügel ("Hügel der Märtyrer") und in der heutigen Vorstadt Saint-Denis. Auf dem Montmartre errichteten in der Antike gallische Druiden und Römer heidnische Kultstätten. Um 250 erlitt hier der heilige Dionysius (frz. Denis), erster historisch erwähnter Bischof von Paris, während der Christenverfolgung unter Kaiser Decius das Martyrium.
Der Legende nach nahm er auf dem Richtplatz sein abgeschlagenes Haupt und lief damit sechs Kilometer Richtung Norden. Wo sich der Geköpfte schließlich niederlegte, erhebt sich heute die Basilika Saint-Denis, Grablege von 75 Königinnen und Königen und seit 1966 Bischofskirche.
Frankreichs Hauptstadt ist seit jeher auch ein Zentrum der Kunst, des geistigen Lebens und politischer Ideen, so auch des Absolutismus, der Aufklärung und der Französischen Revolution. Pariser Erzbischöfe wie Kardinal Jean-Marie Lustiger (1926-2007) haben auch im 20. Jahrhundert das Gesicht der französischen Kirche entscheidend mitgeprägt.