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Experte: Bedrohung durch islamistischen Terror ist "ernst"

02.09.2026 13:02
Österreich/Terrorismus/Extremismus/Islamismus
Terrorexperte Stockhammer im "Kirche bunt"-Interview zum Jahrestag von 9/11
St. Pölten, 02.09.2026 (KAP) Die Bedrohung durch islamistischen Terrorismus ist aus Sicht des Experten Nicolas Stockhammer auch in Österreich "virulent und ernst". In den vergangenen Jahren habe sich islamistischer Terror dabei in Richtung eines Einzeltäterphänomens entwickelt, sagt der Terrorexperte der St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" (Mittwoch) im Interview anlässlich des bevorstehenden 25. Jahrestags der Anschläge vom 11. September 2001.

Immer mehr 12- bis 14-Jährige würden zu Hauptakteuren von Terror; auch verzeichne man in den letzten Jahren einen Zuwachs an Frauen, die vor allem in der Rolle der Unterstützerinnen von Terroristen aufträten, erklärte der Wissenschaftliche Leiter des Zentrums für Terrorismus- und Extremismusforschung an der Universität für Weiterbildung Krems.

Grundsätzlich erlebe man auch eine "Virtualisierung des Terrorismus" in dem Sinn, dass Propaganda, Rekrutierung, Radikalisierung von Einzelpersonen bis hin zur logistischen Planung von Anschlägen im Netz stattfinden, so Stockhammer. Eine "Urban Legend" hingegen sei, dass sich jemand etwa vor sein Handy setze und durch TikTok-Konsum plötzlich radikalisiert werde. Vielmehr gebe es eine Präradikalisierung. "Das heißt: Menschen haben in der echten Welt schon eine Vulnerabilität für extremistische Ideologien und das Internet wirkt als eine Art Katalysator."

"Extremismus lebt von einem Opfer-Narrativ"

Als "Gamechanger", der islamistische Radikalisierung zuletzt sehr stark vorangetrieben hat, nannte Stockhammer im Interview den Terroranschlag der Hamas auf Israel. "Extremismus lebt von einem Opfer-Narrativ, das dann umgemünzt wird in ein Rache-Narrativ", erklärt der Experte. Islamisten hätten rasch verstanden, dass die Debatte rund um Gaza und das Vorgehen Israels gegen die Palästinenser ein Reizthema sei, das zu gewaltsamen Akten gegen Juden und Ungläubigen aus Sicht der Islamisten anstiften könne.

Stockhammer: "Eine vermeintliche Solidarität mit den Palästinensern, die ausblendet, dass der Beginn dieser Eskalation ein brutaler Terroranschlag der Hamas mit 1.200 grausamst abgeschlachteten Todesopfern war, ist ein gewaltiger Katalysator für islamistische Gewalt."

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