Konflikt um christliche Schulen in Israel vorerst beigelegt
02.09.202609:26
Palästina/Israel/Bildung/Schule/Kirche/Konflikte
Einreisegenehmigungen für rund 70 Lehrer und Mitarbeiter aus dem besetzten Westjordanland liegen nun vor
Ramallah/Jerusalem, 02.09.2026 (KAP/KNA) Ein Konflikt christlicher Schulen in Jerusalem mit israelischen Behörden zum Schuljahresbeginn scheint vorerst beigelegt. Einen Tag nach dem offiziellen Start erteilte Israel rund 70 Lehrern und Mitarbeitern aus dem besetzten Westjordanland Einreisegenehmigungen, wie das Generalsekretariat für christliche Bildungseinrichtungen in Jerusalem am Dienstagabend der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte.
Ein Teil der Genehmigungen gelte allerdings nur für einen sehr kurzen Zeitraum, teilweise nur eine Woche, hieß es. Von der Einschränkung betroffen waren zwölf christliche Schulen mit insgesamt rund 10.000 Schülerinnen und Schülern.
Auch andere Schulen in Ostjerusalem hatten fehlende Einreisegenehmigungen der israelischen Besatzungsbehörden für palästinensisches Personal beklagt. Kritik kam am Dienstag auch von der palästinensischen Regierung. Die Maßnahmen gefährdeten den Unterricht für mehr als 50.000 Schüler.
Kritik auch von der Kirchenleitung
Die zuständige Besatzungsbehörde wies die Vorwürfe hingegen zurück. "Alle Lehrkräfte und Mitarbeiter, die einen Anspruch (...) haben, erhielten vor Beginn des Schuljahres nach einer Sicherheitsüberprüfung und einer Prüfung ihrer Berechtigung eine entsprechende Genehmigung", teilte die Koordinationsstelle COGAT am Dienstag mit.
Die christlichen Schulen hatten angesichts der Reisebeschränkungen für das Personal am Montag zunächst angekündigt, den Unterricht auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Ohne die betreffenden Lehrkräfte, Verwaltungsangestellten und anderen Mitarbeiter sei ein stabiler Start ins Schuljahr nicht möglich.
Die Einrichtungen warfen Israel ein systematisches Untergraben des Bildungssystems vor. Der Lateinische Patriarch von Jerusalem, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, warnte, damit sei ein Bildungsmodell in Gefahr, das die junge Generation inmitten des Konflikts zu Frieden erziehe.