Dissertation von Papst Leo XIV. ins Chinesische übersetzt
31.08.202611:42
China/Vatikan/Kirche/Papst/Wissenschaft/Theologie
Doktorarbeit von Robert Francis Prevost aus dem Bereich Kirchenrecht bekommt seit der Papstwahl international neue Aufmerksamkeit - Chinesischer Übersetzer: "Ein praktischer Leitfaden für die Kirchenleitung und die Seelsorge"
Rom/Hongkong, 31.08.2026 (KAP) Die aus dem Jahr 1987 stammende Dissertation des heutigen Papstes Leo XIV. ist ins Chinesische übersetzt und veröffentlicht worden. Die Arbeit aus dem Fachbereich Kirchenrecht, die sich mit Rolle, Autorität und Pflichten des Ortspriors im Augustinerorden befasst, sei nicht nur eine wissenschaftliche Abhandlung, sondern auch ein praktischer Leitfaden für die Kirchenleitung und die Seelsorge, sagte der mit der Übersetzung beauftragte Theologe und Pfarrer Peter Zhao von der Diözese Peking dem vatikanischen Missionspressedienst Fides. Priester, Ordensangehörige und andere Personen mit Leitungsaufgaben in der Kirche könnten anhand des Textes neu darüber nachdenken, wie Autorität im Dienst der Liebe eingesetzt werden könne.
Die Dissertation zu "Amt und Autorität des lokalen Priors im Augustinerorden", mit der damals 31-jährige Augustinerpater Robert Francis Prevost an der Päpstlichen Universität Angelicum promovierte, bekam nach der Papstwahl vom 8. Mai 2025 international neue Aufmerksamkeit, da die Doktorarbeit auch tiefe Einblicke in die theologische Grundhaltung ihres Autors und sein Verständnis des Papstamtes gibt. Die chinesische Ausgabe wurde vom Zentrum für Katholische Studien der Chinesischen Universität Hongkong herausgegeben.
Die Arbeit des nunmehrigen Papstes analysiere aus theologischer Perspektive das Wesen kirchlicher Autorität, erklärte Zhao gegenüber Fides. Autorität sei keine erzwungene Macht, sondern ein Dienst und eine Führung, die von Kirche und Gemeinde anerkannt werden. Wie Robert Francis Prevost betonte der chinesische Theologe, dass Autorität aus Beziehungen entstehe und in einem Verhältnis der Geschwisterlichkeit und Gleichheit ausgeübt werden müsse. Aus dieser Perspektive könnten Leser einen Blick auf das Ideal einer zeitgenössischen kirchlichen Führung werfen, die sich durch Demut auszeichne und auf die Förderung der Gemeinschaft ausgerichtet ist.