Zum Papstbesuch spenden Norditaliens Bauern zwei Tonnen Reis für Arme
20.06.202614:13
Italien/Vatikan/USA/Papst/Soziales/Migration
Just am Weltflüchtlingstag besucht der Papst die Geburtsstadt der katholischen Schutzpatronin der Migranten. Überhaupt hat der Tagesausflug Leos XIV. nach Norditalien eine ganze Reihe sozialer Aspekte.
Pavia/Lodi , 20.06.2026 (KAP) Zum Papstbesuch an diesem Samstag in Norditalien haben örtliche Bauern zwei Tonnen Reis für Bedürftige gespendet. Das Grundnahrungsmittel wird über die Päpstlichen Wohltätigkeitsorganisationen an arme Menschen in Rom verteilt, 800 der insgesamt 2.000 Kilo Reis gehen in die Ukraine, wie das Portal Vatican News berichtet.
Der Almosenmeister des Papstes, Bischof Luis Marín de San Martín, nannte die Solidaritätsaktion des Bauernverbands eine Geste, die "den Bedürftigen Kraft, Hoffnung und Glauben schenkt". Dies sei genau im Sinne des Papstes.
Treffen mit Krebspatienten und Augustinern
Für Leo XIV. steht am Samstagnachmittag in den Städten Pavia und Sant'Angelo Lodigiano unweit Mailands zunächst ein Besuch des Nationalen Zentrums für onkologische Strahlentherapie auf dem Programm, um mit Patienten und medizinischem Personal zu sprechen. Anschließend wird sich der Pontifex, seit rund 50 Jahren Mitglied des Augustinerordens, in die Basilika der Universitätsstadt Pavia begeben, um das Grab des Kirchenvaters Augustinus (354-430) zu besuchen.
Ebenfalls in San Pietro in Ciel d'Oro trifft er mit der Augustiner-Gemeinschaft zusammen, bevor er Bischöfe und weitere Seelsorger der Lombardei begrüßt. Um kurz nach 16 Uhr feiert der Papst einen Wortgottesdienst in der Basilika.
Am Dom sind Begegnungen mit Kindern und der lokalen südamerikanischen Gemeinschaft vorgesehen. Danach trifft er die Bevölkerung auf der Piazza della Vittoria.
Schutzpatronin der Migranten
Zum Abschluss der Halbtagesreise besucht der Papst die 13.000-Einwohhner-Gemeinde Sant'Angelo Lodigiano, Geburtsort der Ordensgründerin Francesca Cabrini (1850-1917), Schutzpatronin der Migranten und erste heiliggesprochene US-Amerikanerin. Etwa ab 19 Uhr wird er in der Pfarrei "Santi Antonio Abate e Francesca Cabrini" erwartet, wo die Ordensfrau besonders verehrt wird.
Die Tochter italienischer Bauern gründete 1880 den Orden der "Missionsschwestern vom Heiligsten Herzen". Auf Veranlassung von Papst Leo XIII. wanderte sie 1889 in die USA aus, um dort karitative und religiöse Arbeiten unter den italienischstämmigen Immigranten zu organisieren.
Sie gründete zahlreiche Schulen, Krankenhäuser, Waisenhäuser und Klöster in den USA und Lateinamerika. 1909 erhielt sie die amerikanische Staatsbürgerschaft. In Chicago, wo das Mutterhaus ihres Ordens errichtet wurde, starb sie 1917 an Malaria.
Cabrini wurde 1938 selig- und 1946 heiliggesprochen - als erste US-Amerikanerin. In der katholischen Kirche wird sie als Schutzpatronin der Migranten verehrt. Auch deshalb wird erwartet, dass sich Leo XIV. eigens zu dem Thema äußert.