Leo XIV. mahnt bei Generalaudienz: "Wo Raketen und Drohnen einschlagen, zerbrechen auch Hoffnungen, werden Häuser und Gebetsstätten zerstört und unschuldige Leben ausgelöscht" - Auch Wiener Bürgermeister Ludwig und Wirtschaftskammer Wien Präsident Ruck am Petersplatz
Vatikanstadt/Wien, 27.05.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat sich besorgt über die neuesten Eskalationen im Ukraine-Krieg geäußert. Am Ende der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz im Vatikan sagte er: "Ich möchte allen meine Solidarität aussprechen, die unter den jüngsten Angriffen leiden, die auch gegen Zivilisten gerichtet waren."
Krieg löse keine Probleme, sondern verschärfe sie, so Leo XIV. Er schaffe keine Sicherheit, sondern vervielfache Leid und Hass. "Wo Raketen und Drohnen einschlagen, zerbrechen auch Hoffnungen, werden Häuser und Gebetsstätten zerstört und unschuldige Leben ausgelöscht."
Unter den rund 25.000 Besuchern der Generalaudienz auf dem Petersplatz war auch der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) in Begleitung des Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien, Walter Ruck. Am Rande der Generalaudienz konnten sich die beiden auch in einem kurzen Gespräch mit Papst Leo XIV. austauschen. Später folgte ein Besuch in der Lateranbasilika, der Bischofskirche des Papstes in Rom. Am Donnerstag treffen Ludwig und Ruck Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri zu einem Arbeitsgespräch.
Papst verteidigt Liturgiereform
In seiner Ansprache zu Beginn der Audienz hatte der Papst die Veränderungen in der katholischen Liturgie seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) verteidigt. "Veränderungen dieser Art haben sich im Laufe der Jahrhunderte ständig vollzogen", so Leo XIV. "Der Gottesdienst der Kirche hat sich also in den kulturellen Formen jeder Epoche 'verkörpert' und war in der Lage, diese zu beeinflussen und sogar zu verwandeln." Die Tradition schließe den Fortschritt gewissermaßen selbst ein.
Dieser in der Konzilskonstitution "Sacrosanctum Concilium" angesprochene Fortschritt gefährde keineswegs die kirchliche Gemeinschaft, so Leo XIV. weiter. Er solle sie vielmehr bestätigen und fördern. Der Papst fordere insbesondere die Priester auf, stets Achtung vor den Texten und Ordnungen der Liturgie zu bewahren.
Der Konzilstext war Ausgangspunkt für eine umfassende Modernisierung der katholischen Liturgie seit 1970. Anders als der Konzilsbeschluss ist die davon ausgehende Modernisierung bei einer Minderheit von Katholiken seit Jahrzehnten umstritten. Dies führte zur Bildung traditionalistischer Gruppen, von denen sich einige von der Kirche abspalteten.