Hilfswerk unterstützt Projekte in Mali, Burkina Faso & Indien - Fokus auf benachteiligte Kinder
Linz, 06.05.2026 (KAP) Das katholische Hilfswerk MIVA (Missions-Verkehrs-Arbeitsgemeinschaft) ruft im Mai im Rahmen seiner traditionellen "FahrradAktion" zu Spenden auf. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen heuer Kinder und Jugendliche aus armutsgefährdeten Familien in Mali, Burkina Faso und Indien. Fahrräder können den Zugang zu Mobilität, Bewegung und Bildungsangeboten für die Kinder und Jugendlichen verbessern und "beschwerliche und bisweilen unsichere Schulwege" überwinden, heißt es in einer Aussendung am Mittwoch.
"MIVA-Fahrräder sollen den jungen Menschen helfen, die Distanzen zu überwinden", die oft der Grund seien, warum Schülerinnen und Schüler nicht zur Schule kommen oder den Schulbesuch abbrechen, so das Hilfswerk.
In der indischen Diözese Khamman im Bundesstaat Telengana kommen die Fahrräder insbesondere "Dalits" und "Adhivasi", die in der Rangordnung des von Kasten geprägten Landes ganz unten angesiedelt sind, zugute. Besonders für Mädchen könne der Schulweg gefährlich werden, zudem würden lange Schulwege Zeit und Kraft kosten, hieß es. Die Diözese habe daher um 100 Fahrräder für Schülerinnen und Schüler gebeten. Der Stückpreis beträgt laut MIVA 70 Euro.
Für Kinder den Weg zur Schule möglich machen
In Burkina Faso sollen die Räder Kindern die Schulwege erleichtern. Putschisten, Milizen sowie islamistische Rebellen würden aktuell die Bevölkerung bedrohen und Regionen destabilisieren, so die MIVA. Redemptoristen-Missionare haben für Kinder von Geflüchteten nun die Grundschule "Notre Dame de la paix" gegründet; 80 MIVA-Fahrräder sollen den Kindern den Schulweg erleichtern.
Eine ähnliche Situation zeigt sich in der Region Touba in Mali, wo die Hälfte der Kinder nicht zum Unterricht kommt. Vor allem Mädchen brechen die Schule ab. Ohne Schulabschluss gebe es aber kaum eine Chance auf Arbeit, auch die Gefahr, von kriminellen Gruppierungen rekrutiert zu werden steige. Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen, haben Don-Bosco-Schwestern in Touba eine Berufsschule gegründet, wo 98 Mädchen zu Schneiderinnen oder Frisörinnen ausgebildet werden.
"Fahrräder bieten über die Schule hinaus die Möglichkeit, mobil zu werden und tragen so zum Selbstbewusstsein bei", so die MIVA mit Sitz in Stadl-Paura (OÖ) über die Rolle von Mobilität. Fahrräder werden von der MIVA bereits seit dem ersten Bestandsjahr (1949) der Hilfsorganisation finanziert. Bis heute unterstützen die Räder kirchliche Laienmitarbeiter und Laienmitarbeiterinnen vorwiegend in entlegenen Dörfern, ermöglichen Schülerinnen, Schüler und bisweilen Lehrkräfte den Schulweg oder verbessern durch Fahrradambulanzen für den Krankentransport entscheidend die gesundheitliche Versorgung.
Neben Rädern finanziert die Arbeitsgemeinschaft Menschen in den weltweit ärmsten Regionen in mehr als 50 Ländern - in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa - Ambulanz- und Geländefahrzeuge, Schulbusse, Traktoren, Rollstühle und Dreiräder bis zu Maultieren.