Governatorat-Präsidentin und Sozialwissenschaftlerin Sr. Petrini ruft zu "Allianz zwischen Mensch und Technologie" auf, beruhend auf Verantwortung, Kooperation und Bildung
Rom, 06.05.2026 (KAP) Im Vorfeld der erwarteten Papst-Enzyklika über Künstliche Intelligenz (KI) hat die Regierungschefin des Vatikanstaats, Sr. Raffaella Petrini, davor gewarnt, dass Innovationen nur dann dem Wohl aller dienen, wenn menschliche und soziale Werte an oberster Stelle stehen. Die Entwicklung der KI hänge "nicht von Maschinen, sondern von den moralischen Entscheidungen der Menschheit" ab, sagte die Ordensfrau und Sozialwissenschaftlerin laut "Vatican News" am Dienstag bei einer hochrangigen Konferenz über "AI and the Future of Work" an der Gregoriana-Universität in Rom.
Künstliche Intelligenz sei eine "transformative Kraft", die sowohl Chancen als auch Risiken für die Arbeitswelt mit sich bringe, erklärte Petrini. Es gelte, Entscheidungen zu treffen, die "sicherstellen, dass diese Technologie dem Menschen dient". Besonders gelte dies für den Bereich der Arbeit. Diese sei viel mehr als nur das Einkommen, sei eine "grundlegende Dimension der menschlichen Existenz", welche die Verwirklichung der eigenen Berufung und die Entfaltung menschlicher Würde ermögliche.
Bewusstsein über Risiken
Mit Blick auf konkrete Auswirkungen der KI auf Arbeitsplätze verwies Petrini auf Studien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), wonach Digitalisierung und Automatisierung die Sicherheit am Arbeitsplatz verbessern können. Zugleich warnte sie vor Gefahren wie übermäßiger Überwachung, Arbeitsverdichtung und psychosozialen Belastungen. Die Veränderungen am Arbeitsmarkt würden neue Chancen schaffen, aber auch Formen der Ausgrenzung erzeugen, weshalb ein verantwortungsvoller Einsatz unerlässlich sei.
Technologischer Fortschritt müsse daher bewusst gestaltet werden, forderte Petrini. "Technologie ist dazu da, dem Menschen zu dienen, nicht ihn zu ersetzen", sagte sie und rief zu einer "Allianz zwischen Mensch und Technologie" auf, die auf Verantwortung, Kooperation und Bildung beruhen solle. Regierungen seien gefordert, den Einsatz zu regulieren, Bildungseinrichtungen müssten Kompetenzen vermitteln, und jeder Einzelne solle KI "kritisch und verantwortungsvoll nutzen". Ziel sei es, Innovationen mit ethischer Verantwortung zu verbinden.
KI nicht blind hinnehmen
Weiters warnte Petrini davor, KI blind zu akzeptieren. "Wir dürfen künstliche Intelligenz nicht fürchten, aber auch nicht einfach hinnehmen", sagte sie. Entscheidend sei, dass technologische Entwicklungen nicht ausschließlich nach wirtschaftlichen Kriterien beurteilt werden. "Wir haben die Verantwortung zu entscheiden, ob diese Ära zu mehr Gerechtigkeit und Solidarität führt oder neue Ungleichheiten schafft", betonte die Verwaltungschefin des Vatikanstaates.