Papst ernennt Italiener Caccia zu seinem Botschafter in den USA
07.03.202613:39
Vatikan/Papst/Diplomatie
Weichenstellung im Geburtsland des Papstes: Leo XIV. hat den Rücktritt des langjährigen US-Botschafters angenommen - Der Nachfolger von Kardinal Pierre verfügt über breite Erfahrung in den Vereinigten Staaten
Vatikanstadt, 07.03.2026 (KAP) Wechsel an einem diplomatischen Dreh- und Angelpunkt: Der italienische Vatikandiplomat Gabriele Giordano Caccia (68) wird neuer Papst-Botschafter in den USA. Papst Leo XIV. ernannte Erzbischof Caccia, seit 2019 Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York, zum Nachfolger von Kardinal Christophe Pierre, wie der Vatikan am Samstag mitteilte. Der französische Geistliche, seit 2016 Nuntius in Washington, war bereits am 30. Januar 80 Jahre alt geworden. Bischöfe müssen dem Papst mit Vollendung des 75. Lebensjahres ihren Rücktritt anbieten; an besonders wichtigen Positionen ist eine Verlängerung möglich.
Caccia wurde am 24. Februar 1958 in Mailand geboren. Der promovierte Theologe und studierte Kirchenrechtler trat 1991 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Nach Stationen in Tansania und im Staatssekretariat ernannte machte ihn Benedikt XVI. 2009 zum Nuntius im Libanon und zum Titularerzbischof von Sepino. 2017 ernannte ihn Papst Franziskus zum Nuntius auf den Philippinen und sandte ihn 2019 zum Sitz der Vereinten Nationen in New York.
Caccia reagierte "geehrt und zutiefst dankbar für die Entscheidung des Heiligen Vaters", ihn zum Nuntius in dem Land und in der Kirche zu ernennen, in dem der Papst selbst "geboren und aufgewachsen" ist, wie das Portal "Vatican News" berichtet. Er nehme "diese Mission mit Freude und Beklommenheit" an: eine Mission "im Dienste der Gemeinschaft und des Friedens" in dem Land, das 2026 den 250. Jahrestag seiner Gründung begeht.
Darüber hinaus zeigte er sich "ermutigt durch die Herzlichkeit und Offenheit", die er bereits seitens der Ortskirche, der Bevölkerung und der Institutionen des Landes erfahren habe, das er während seiner Dienstjahre bei den Vereinten Nationen in New York kennengelernt habe.
Der scheidende Nuntius Pierre wurde am 30. Januar 1946 in Rennes geboren und 1970 zum Priester geweiht. Als Vatikan-Diplomat wirkte er in Haiti, Uganda und Mexiko, bevor ihn Papst Franziskus nach Washington beförderte.
Pierre war entscheidend daran beteiligt, dass wichtige Bischofsstühle in den USA mit Geistlichen besetzt wurden, die in Franziskus' Sinne eine offenere Linie vertraten und sich nicht als konservative "Kulturkämpfer" profiliert hatten. Im September 2023 machte ihn Papst Franziskus zum Kardinal - für amtierende Papst-Botschafter eine außergewöhnliche Auszeichnung.