Lehrschreiben "Magnifica humanitas" über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz erscheint am 25. Mai
Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. ist am Pfingstmontag, 25. Mai, veröffentlicht worden. Sie trägt den Titel "Magnifica Humanitas. Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz". In dem Lehrschreiben fordert der Papst wertebasierte Regeln und gesellschaftliche Kontrolle beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Menschheit stehe im digitalen Zeitalter an einer epochalen Wegscheide, so Leo XIV.
Aus Sicht des Papstes droht aktuell "die Gefahr, dass die Welt unmenschlich und ungerechter wird". Digitalisierung, Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik hätten die Welt rasch und tiefgreifend verändert. Zwar sei Technik an sich nicht menschenfeindlich; sie habe zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensbedingungen beigetragen. Zugleich habe "jede Phase des Fortschritts auch die Ambivalenz von Werkzeugen offenbart, die in der Lage sind, Schaden anzurichten, wenn sie nicht auf das Gute ausgerichtet sind."
Es gelte zu verhindern, dass Technologie den Menschen beherrscht, so der Papst. "KI ist bereits eine Umwelt, die uns umgibt, und eine Macht, mit der wir uns auseinandersetzen müssen. Daher reicht es nicht aus, sie zu regulieren: Sie muss entwaffnet und lebensfreundlich gemacht werden", schreibt Leo XIV.
Unterzeichnet hat das Kirchenoberhaupt sein erstes universales Lehrschreiben, das insgesamt rund 120 Seiten lang ist, bereits am 15. Mai. Damit knüpft Leo XIV. an die Tradition der großen päpstlichen Sozialenzykliken des 19. und 20. Jahrhunderts an. Das erste derartige Lehrschreiben hatte Leo XIII. am 15. Mai 1891 mit dem Titel "Rerum novarum" veröffentlicht. Damals setzte sich die katholische Kirche erstmals systematisch mit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts und deren Folgen für Gesellschaft und Moral auseinander. Erst danach entwickelte sich in der katholischen Kirche die "Soziallehre". Sie hat sich seither zu einem wichtigen Zweig der neuzeitlichen Theologie entwickelt.
Eine Enzyklika ist ein päpstliches Lehrschreiben. Es ist an die katholische Weltkirche, gelegentlich zudem an "alle Menschen guten Willens", also auch an Nichtkatholiken, gerichtet. Enzykliken beanspruchen ein hohes Maß an Verbindlichkeit. Sie werden in der katholischen Kirche als Ausdruck der obersten Lehrgewalt des Papstes verstanden, sind aber keine unfehlbaren Lehrentscheidungen im dogmatischen Sinn.
Anthropic-Mitgründer bei Vorstellung der Sozialenzyklika von Papst Leo: "Wir brauchen informierte Kritiker, die den Labors sagen, wenn wir versagen. Wir brauchen moralische Stimmen, die sich von Anreizen nicht beugen lassen."
Sozialenzyklika "Magnifica Humanitas. Über den Schutz des Menschen im Zeitalter der künstlichen Intelligenz" von Leo XIV. veröffentlicht - Papst: "KI muss entwaffnet und lebensfreundlich gemacht werden"
Am Pfingstmontag erscheint mit "Magnifica humanitas" die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. - Unterzeichnet hat das Kirchenoberhaupt sein Lehrschreiben nicht zufällig genau 135 Jahre nach dem Rundschreiben "Rerum novarum" von Leo XIII., dem grundlegenden Dokument der katholischen Soziallehre - Von Alexander Brüggemann (KNA)
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Kirchenhistoriker Ernesti zu Bedeutung der ersten Enzyklika eines Papstes: Vergleichbar mit "Regierungsprogramm" - Hintergrundbericht von Christiane Laudage (KNA)
Künstliche Intelligenz bietet nach Ansicht von Papst Leo XIV. viele Chancen, aber auch Risiken. Nun soll sich eine eigene Kommission mit dem Thema befassen. Welche Ziele sie verfolgt.