Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:
Soldaten vor Straßensperren, die während der Februarkämpfe 1934 in den Wiener Straßen errichtet wurden
Dossier

Anlässlich des 90. Jahrestages der Februarkämpfe von 1934 erklärte der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl: "Im Rückblick bitter festzuhalten, dass die damaligen Bischöfe dem Zurückdrängen des politischen Pluralismus und der Ausschaltung des Parlaments nicht entschlossen genug entgegengetreten sind"

Gedenken
Bild Copyright: © Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes

Februarkämpfe 1934

27.02.2024 12:28

Anlässlich des 90. Jahrestages der Februarkämpfe von 1934 erklärte der Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl: "Im Rückblick bitter festzuhalten, dass die damaligen Bischöfe dem Zurückdrängen des politischen Pluralismus und der Ausschaltung des Parlaments nicht entschlossen genug entgegengetreten sind"

Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl hat anlässlich des 90. Jahrestags der Februarkämpfe von 1934 um Vergebung für das damalige Verhalten der Kirche ersucht. Wörtlich schreibt der Grazer Bischof am Donnerstag in einer Stellungnahme gegenüber Kathpress: "Als Bischof der Diözese Graz-Seckau bitte ich um Vergebung, wenn durch das Verhalten der Kirche in jenen Jahren der Blick auf Jesus Christus und das Evangelium verstellt war und sich deshalb Frauen und Männer von der Kirche abgewandt haben." Die damals "enge Verflechtung von Kirche und Parteipolitik hat viele Menschen irritiert", hielt der Bischof fest und sprach von einem "bitteren Rückblick".

Erst in den Jahren der Zweiten Republik sei es der katholischen Kirche in Österreich gelungen, aufgerissene Gräben zu überwinden. "Dass dieser Weg des Dialogs beschritten wurde, ist dem Wirken von Priestern und Laien zu verdanken, die das Gespräch besonders zwischen Kirche und Arbeiterschaft, zwischen der Kirche und den politischen Parteien gesucht und damit Brücken gebaut haben", so der Bischof.

Das Gedenken an die Ereignisse vor 90 Jahren mahne und ermutige zugleich die katholische Kirche in der Steiermark und alle politischen und gesellschaftlichen Kräfte, "diesen aufrichtigen Dialog zwischen kirchlichen Amtsträgern und staatlichen Repräsentanten, zwischen der Kirche und allen gesellschaftlichen Gruppen und den politischen Parteien vertieft fortzusetzen", so Krautwaschl. "Das dient dem Wohle unseres Landes und der Demokratie in Österreich; gerade angesichts der Spannungen unserer Zeit."

Die Erste Republik sei in Österreich von einem engen Zusammenwirken von katholischer Kirche und Christlichsozialer Partei geprägt gewesen. "Damals nahmen mehrere Priester wichtige politische Ämter wahr, bis die Bischofskonferenz am 30. November 1933 den Beschluss fasste, dass sich der Klerus aus der aktiven Parteipolitik zurückzuziehen hatte; diese Entscheidung haben die Bischöfe im Jahre 1945 bekräftigt", erinnerte Krautwaschl.

Als Bundeskanzler Engelbert Dollfuß 1934 den "Ständestaat" errichtete und sich dabei auf die päpstliche Enzyklika "Quadragesimo anno" (1931) berief, sei die katholische Kirche weitgehend dem Kurs dieser autoritären Regierung gefolgt. Krautwaschl: "Die Februarkämpfe im Jahre 1934 in österreichischen Industriestädten, besonders auch in Graz, Leoben, Bruck an der Mur und Kapfenberg mit mehreren hundert Toten haben tiefe Wunden im Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Arbeiterschaft sowie Sozialdemokratie hinterlassen."

Zwar habe es Proteststimmen, Verständigungsbemühungen sowie Appelle zum Frieden und zur Versöhnung untereinander durch Vertreter der katholischen Kirche gegeben. "Dennoch ist im Rückblick bitter festzuhalten, dass die damaligen Bischöfe dem Zurückdrängen des politischen Pluralismus und der Ausschaltung des Parlaments nicht entschlossen genug entgegengetreten sind", so Bischof Krautwaschl abschließend.
zurück
Meldungen
Februarkämpfe 1934: Historiker plädieren für Dialog und Aufarbeitung
Zeitgeschichte
17.02.2024 12:11
Kirchenhistorikerin Sohn-Kronthaler und Historiker Anzenberger im Kathpress-Interview über politische Rolle der Katholischen Kirche von 1933/34 bis 1938 und Lehren aus der Geschichte
Februarkämpfe 1934: Babler würdigt Krautwaschl-Entschuldigung
16.02.2024 13:02
SPÖ-Chef in Aussendung: "Kirche steht zu ihrer Verantwortung"
Krautwaschl zu 1934: Bitte um Vergebung für Verhalten der Kirche
Februarkämpfe
15.02.2024 16:53
Grazer Bischof äußerte sich anlässlich des 90. Jahrestags der Februarkämpfe von 1934: "Im Rückblick bitter festzuhalten, dass die damaligen Bischöfe dem Zurückdrängen des politischen Pluralismus und der Ausschaltung des Parlaments nicht entschlossen genug entgegengetreten sind"
1934: Eher "Kanzlerdiktatur" als "Christlicher Ständestaat"
Zeitgeschichte
13.02.2024 08:25
Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs, Wohnout, in "Sonntag"-Interview über Zeitspanne, die "umstritten wie keine andere Periode in der Geschichte unseres Landes" ist - Sowohl katholische Kirche als auch Volkspartei zogen Lehren aus damaligen Konflikten
Kirche und Sozialdemokratie: 1934 "wirft bis heute seine Schatten"
Geschichte
08.02.2024 12:52
In Erklärung "Zukunft braucht Erinnerung" fordert "Katholische Arbeitnehmer:innen Bewegung Österreich" klare Positionierungen zu den Vorgängen im Februar 1934 und zu heutigen Bedrohungen demokratischer Errungenschaften

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen